Riesige Trompeten aus Holz

13. Juni 2012

Alphornblaeser

Riesige Trompeten aus Holz, die zusammen ganz gewaltig und trotzdem weich und rund klingen: Es war bei einer Bergmesse im Urlaub – ich glaube am Ofterschwanger Horn -, als ich das erste Mal Alphornbläser erleben durfte.

Damals war ich ein kleiner Stöpsel, höchstens drei oder vier Jahre. Umso größer erschienen mir die Riesendinger mit ihren drei bis vier Metern Länge – und umso beeindruckender. Viele Jahre später, ich war inzwischen Redakteurin beim Allgäuer Anzeigeblatt, folgte ein fast genauso intensives Alphornerlebnis: Bei einem Blechbläser-Konzert griff ein Trompetenvirtuose plötzlich zum Alphorn – und spielte lupenreinen Mozart mit schnellen Trillern und klarsten Tonläufen. Spätestens jetzt war mir klar: Ein echter Alphornvirtuose muss weit gehen, um an Grenzen zu stoßen. Wer dies nicht glaubt, kann sich den Sommer über davon regelmäßig in den Hörnerdörfern überzeugen – nicht nur bei zahlreichen Bergmessen und Bergfesten, sondern zum Beispiel auch jeden Sonntag beim Weißwurst-Frühschoppen mit Alphornblasen im Ofterschwanger Landhotel Alphorn.

Manch einer behauptet übrigens, ein Alphorn sei in den Bergen bis zu zehn Kilometer weit zu hören. Ob dies Legende ist, weiß ich nicht, doch fest steht:  Die Urform des Alphorns war in früheren Zeiten so etwas wie das „Handy“ der Hirten, das heißt, eine Art Lock- und Verständigungsinstrument, eben weil es über so weite Strecken schallte.

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